Ölheizung Niedertemperatur

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Niedertemperatur-Ölheizung

Ölheizungen Niedertemperatur
Ölheizung Niedertemperatur © Buderus

Herkömmliche Ölheizungen verfügten über einen sogenannten Konstantheizkessel, bei dem die Kesseltemperatur immer gleich hoch blieb. Die sogenannte Vorlauftemperatur liegt bei Konstantheizkesseln bei rund 70 Grad. Es wird nur ein Teil des Heizwertes des Heizöls genutzt. Große Verluste entstehen, weil Wärme ungenutzt mit den Abgasen durch den Schornstein entschwindet.

Seit den 1980er Jahren werden Niedertemperaturkessel angeboten, die seitdem auch ständig weiterentwickelt wurden. Niedertemperaturkessel werden abgekürzt als NT-Kessel bezeichnet.

Definition einer Niedertemperaturheizung

Eine Niedertemperaturheizung ist mit ihren Eigenschaften in der EnEV exakt beschrieben. Danach handelt es sich um einen Niedertemperaturkessel, wenn das Heizungsrücklaufwasser eine Temperatur von 35 bis 40 Grad erreicht. Außerdem kann in Niedertemperaturkesseln der im Abgas enthaltene Wasserdampf kondensieren.

Bei einigen Anbietern werden NT-Heizungen auch als Heizwert-Heizungen angeboten. Im Gegensatz zu Brennwertheizungen nutzen Niedertemperaturheizungen nämlich nur den Heizwert des Heizöls bis zu 95 % aus, bezogen auf den Brennwert ergeben sich deutlich geringere Werte.

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Funktionsweise einer Niedertemperatur-Ölheizung

Eine NT-Heizung besteht aus den Komponenten Kessel mit Ölbrenner, Wärmespeicher und Heizungsregelung. Fachleute sprechen bei einem Kessel, in dem diese Komponenten kompakt vereint sind, von einer Unit. NT-Heizungen für Ein- oder Mehrfamilienhäuser sind üblicherweise heute als Unit ausgeführt.

Zu dieser Unit wird das Heizöl in einer Ölleitung über eine Pumpe transportiert, in den Brennraum gesprüht und dort entzündet. Darüber ist der Kessel mit dem Heizwasser und den Wärmetauschern angebracht. Die Temperatur wird nun von der Heizungsregelung immer so gering wie möglich gehalten. Dabei ist es wichtig, dass die Temperatur, bei der das Wasser im Abgas kondensiert, möglichst überschritten wird. Das versucht man über folgende Maßnahmen zu erreichen:

  • Kondensatbeständige Werkstoffe (zum Beispiel Guss, Edelstahl oder Aluminium)
  • Dämmung des Brennraums und Kessels
  • senkrechte Anordnung der Heizflächen
  • Vermischen von Rück- und Vorlaufwasser
  • besondere Konstruktion der Wärmetauscher (als Rippen oder Doppelrippen)

Öl-Niedertemperatur
Ölheizung Niedertemperatur-Kessel, © Bild: Buderus, Bosch Thermotechnik GmbH

Vorteile von Niedertemperaturkesseln

  • Niedertemperaturkessel sparen gegenüber Konstantkesseln bis zu 30 % Primärenergie ein.
  • es entstehen erheblich geringere Verluste
  • der Wirkungsgrad von NT-Kesseln ist deutlich höher
  • NT-Kessel können häufig den vorhandenen Kamin nutzen
  • die Geräte sind als kleine Kompaktgeräte mit geringem Platzbedarf erhältlich
  • NT-Heizungen sind auch für schwefelarmes Heizöl oder Heizöl mit Bioöl-Anteil geeignet

Nachteile von Niedertemperaturkesseln

  • Bei Niedertemperaturkesseln wird der Brennwert des Brennstoffs nur zu rund 85 % ausgenutzt. Damit wird ein enormes Potenzial nicht genutzt.
  • Es kann zur Kondensatbildung kommen. Das Kondensat ist sauer und äußerst schädlich für die üblichen Werkstoffe.

Abgasleitung für die Niedertemperaturheizung

Die Abgase der NT-Heizung werden über eine Abgasleitung sicher nach außen geleitet. Sie haben eine niedrigere Temperatur (circa 140 °C) als bei herkömmlichen Kesseln (200 °C). Bei niedriger Temperatur enthalten die Abgase mehr Feuchtigkeit. Deshalb besteht die Gefahr, dass der Kamin feucht wird. Gleichzeitig verringert sich das Abgasvolumen. Das führt zusammen mit der niedrigen Temperatur dazu, dass häufig eine Sanierung des Schornsteins notwendig wird, um Schäden zu vermeiden.

Muss der Querschnitt verkleinert werden, können Abgasrohre in den vorhandenen Schornstein eingeführt werden. Diese Abgasleitungen bestehen aus Kunststoff, Edelstahl oder Keramik.

Geeignete Heizkörper für Niedertemperaturheizungen

Angesichts der niedrigeren Vorlauftemperatur müssen die Heizkörper groß genug gewählt werden. Wird eine alte Heizung modernisiert, sollte vorher sichergestellt werden, dass die alten Heizkörper trotzdem die Heizlast decken können.

Da früher die Heizkörper oft überdimensioniert waren, ist dies meist der Fall. Bei grundlegender Modernisierung sollte man auf Flächenheizungen wie Fußbodenheizung oder Wandheizungen umsteigen, diese steigern die Behaglichkeit bei NT-Heizungen deutlich.

Warmwasserbereitung

Auch die Warmwasserbereitung kann von der Niedertemperaturheizung übernommen werden. Es gibt Geräte mit einem integrierten Speicher, der allerdings häufig ein kleines Volumen hat. Diese NT-Heizungen bieten sich bei Platzproblemen an. Meist wird jedoch ein separater Warmwasserspeicher aufgestellt. Dessen Größe hängt vom individuellen Bedarf ab.

Die zentrale Erwärmung des Brauchwassers kommt aber nur infrage, wenn die Rohrleitungen zur Warmwasserversorgung nicht zu lang sind. Bei einer Niedertemperaturheizung mit Warmwasserspeicher regelt die Heizungssteuerung die Umschaltung von normalem Heizbetrieb auf die (vorrangige) Warmwasserbereitung.

Geht es um die Warmwasserbereitung, arbeitet der NT-Kessel mit voller Leistung. Das so auf bis zu 80 °C erhitzte Heizwasser zirkuliert durch einen Wärmetauscher im Warmwasserspeicher und erhitzt dort recht schnell das Warmwasser. Im Sommer funktioniert dies auch, ohne dass der Heizbetrieb eingeschaltet wird.

Fazit zur Öl-Niedertemperaturheizung

Niedertemperatur-Ölheizungen sind deutlich umweltfreundlicher und effizienter als Konstantkessel-Ölheizungen. Der Unterschied zwischen NT-Heizung und Brennwertheizung ist bei Ölheizungen nicht ganz so groß wie zum Beispiel bei Gasheizungen. NT- oder Heizwert-Ölheizungen sind preislich attraktiv.

Ölheizung Brennwert Niedertemperatur Technik
Ölheizung Brennwert und Niedertemperatur Vergleich, © Bild: Institut für Wärme und Oeltechnik e.V.

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