Ölheizung mit Solarthermie

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Kombinationsmöglichkeiten von Ölheizungen mit Solarthermie oder Wärmepumpen

Kombination Solarthermie Ölheizung
Solarthermie © Manuela Fiebig, fotolia.com

Die Energiewende ist in aller Munde. Und überdies verlangt der Gesetzgeber gerade in Neubauten, aber auch bei Modernisierungen und Sanierungen, dass ein bestimmter Anteil des Energiebedarfs über erneuerbare Energien gedeckt wird. Für Ölheizungen ergeben sich interessante Möglichkeiten durch die Kombination mit einer Solarthermieanlage oder mit einer Wärmepumpe.

Kombination von Ölheizung und Solarthermie

Bei Solarthermie handelt es sich um die Nutzung von solarer Wärme, nicht zu verwechseln mit Photovoltaikanlagen, die Strom produzieren. Durch die Einbindung einer Solarthermieanlage lässt sich gegenüber dem Verbrauch eines schon sehr sparsamen Brennwertkessels noch einmal ein erheblicher Anteil an Heizöl einsparen.

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Ölheizung kombiniert mit Solarthermie, © Bild: Institut für Wärme und Oeltechnik e.V.

Wird eine Ölheizung mit einer Solarthermieanlage kombiniert, dann gibt es dazu zwei Möglichkeiten.

Solarthermie für die Warmwasserbereitung
In diesem Fall liefern die Solarkollektoren die Wärme, um den Warmwasserbedarf zu decken. Immerhin 60 % der Warmwasserversorgung kann eine Solarthermieanlage in Deutschland übernehmen. Die Kombination mit einer Ölheizung hat besonders große Vorteile. Denn die Solarthermie kann genau dann viel Wärme für das warme Wasser liefern, wenn die Ölheizung eigentlich ausgeschaltet ist, nämlich im Sommer.

Oft ist es auch in der Übergangszeit möglich, die Ölheizung komplett abzuschalten und den Warmwasserbedarf über die Solarthermieanlage zu erzeugen. Vorausetzung dafür ist ein entsprechend großer Pufferspeicher. Im Winter oder bei zu langen Schlechtwetterperioden schaltet die Heizungs- und Solarregelung die Ölheizung dann automatisch wieder an.

Solarthermie für die kombinierte Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung
Diese Solarthermieanlagen haben einen großen Vorteil: Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, BAFA, gewährt für Solarthermieanlagen zur kombinierten Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung Zuschüsse. Allerdings erhält die Förderung nur, wer wirklich eine Kombinationsanlage installiert.

Anlagen, die nur zur Warmwasserbereitung eingesetzt werden, sind nicht förderfähig. Solarthermieanlagen zur kombinierten Nutzung müssen allerdings größer sein als solche zur reinen Warmwasserbereitung. Der Vorteil, den Verbrauch an Heizöl zu senken, bleibt aber gerade im Sommer bestehen.

Öl-Brennwerheizung
Ölheizung in Kombination mit einer Solarthermie-Anlage, © Bild: Buderus, Bosch Thermotechnik GmbH

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Vorteile der Kombination von Ölheizung und Solarthermie

  • Senkung Heizölbedarf – Die Solarthermie kann den Bedarf an Heizöl um bis zu 40 % senken. Das hängt natürlich von einer Vielzahl von Faktoren ab. Neben der Art der Ölheizung ist auch die Größe der Kollektorfläche, deren Effizienz (abhängig von Dachausrichtung und -neigung) und die richtige Wahl des Wasserspeichers entscheidend.
  • Längere Lebensdauer der Ölheizung – Aber es wird eben nicht nur direkt an Heizöl gespart, durch die Kombination mit der Solarthermieanlage verlängert sich die Lebensdauer einer Ölheizung deutlich. Gerade im Sommer und in der Übergangszeit sorgt die Erwärmung des Trinkwassers dafür, dass die Ölheizung sehr häufig anspringt. Diese „Taktung“ belastet alle Komponenten der Ölheizung. Durch die Solarthermieanlage wird aber das zu häufige An- und Ausschalten vermieden und so die Belastung der Komponenten reduziert.
  • Minderung der Emissionen – Solarthermieanlagen stellen die Wärme für das Trinkwasser absolut kohlendioxidneutral zur Verfügung. Aber es wird darüber hinaus auch die Entstehung von Ruß vermieden und es werden weniger Stick- und Schwefeloxide emittiert.
  • Förderung – Wer eine kombinierte Solarthermieanlage integriert, dem stehen hohe Fördermittel des BAFA zu. Diese sorgen dafür, dass die Solarthermieanlage nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich äußerst interessant ist.

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Ölheizung kombiniert mit Solar spart Energie und Heizkosten, © Bild: Institut für Wärme und Oeltechnik e.V.

Kombination von Ölheizung und Wärmepumpe

Es gibt verschiedene Wärmepumpen, die sich alle mit einer Ölheizung kombinieren lassen. Neben Luft-Wärmepumpen sind Grundwasser- und Erdwärmepumpen auf dem Markt. Grundwasser und Wärmepumpen mit Erdsonde sind besonders effizient. Allerdings sollte unbedingt auf die passenden Heizkörper (Fußbodenheizung oder andere Flächenheizungen) geachtet werden.

Die Kombination von Wärmepumpe und Ölheizung kann entweder so erfolgen, dass die Wärmepumpe zuheizt, die Ölheizung also die hauptsächliche Wärmequelle ist. Oder es ist genau umgekehrt: Die Ölheizung bildet quasi die Reserveheizung, wenn durch die Wärmepumpe nicht ausreichend Wärme zur Verfügung gestellt werden kann.

Eine Wärmepumpe ist nicht gerade preiswert, wer die Kombination mit einer Ölheizung plant, sollte sich genau über die Fördervoraussetzungen informieren, damit der hohe Preis entsprechend abgepuffert werden kann.

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