Ölheizung kombinieren

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Hybrid-Heizung: Ölheizung kombinieren

Kombination Solarthermie Ölheizung
Hyprid-Heizung © Gina Sanders, fotolia.com

Zukunftsfähige Heizkonzepte können sehr gut auch mit Ölheizungen realisiert werden. Sogenannte Hybrid-Heizungen kombinieren in modernen Heizungsanlagen die verschiedenen Konzepte. So können Öl-Brennwertheizungen nicht nur mit Solarkollektoren, sondern zusätzlich auch mit Holzöfen oder Wärmepumpen konzipiert werden. Eine hochinteressante und zukunftsweisende Möglichkeit stellt auch die Variante Öl-Blockheizkraftwerk dar. Eine moderne Hybridheizung besteht aus mindestens drei Komponenten: einem Öl-Brennwertkessel, Solarkollektoren und einem Holzofen.

Hybrid-Heizung mit Solarthermie

Solarkollektoren, auch unter dem Stichwort Solarthermie bekannt, nutzen die solare Wärme für die Zubereitung von warmem Wasser oder für die Heizung. Dabei ergänzen sich die beiden Konzepte hervorragend. Die Solarkollektoren sorgen dafür, dass die Öl-Brennwerttechnik noch sparsamer wird.

Die Kopplung der Hybrid-Heizung mit Solarthermie für die kombinierte Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung folgt einem einfachen, erprobten und zuverlässigen Konzept. Ein gemeinsamer Pufferspeicher wird von beiden Systemen genutzt, beide speisen über Wärmetauscher Wärme ein. Eine intelligente Regelung übernimmt die entsprechende Steuerung. So kann auch im Winter bei Sonnenschein durch die Solarkollektoren ein nicht unerheblicher Teil der notwendigen Wärme bereitgestellt werden.

Öl-Solar-Heizung-Kombination
Ölheizung mit Solarthermie immer beliebter, © Bild: Institut für Wärme und Oeltechnik e.V.

Solarkollektoren für die Warmwasserbereitung und die sogenannte Heizungsunterstützung

Solarkollektoren, die mit der Öl-Brennwertheizung kombiniert werden und lediglich zur Deckung des Warmwasserbedarfs genutzt werden, sind nicht förderfähig. Werden die Solarkollektoren für die kombinierte Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung genutzt, dann können dafür Zuschüsse des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, BAFA, beantragt werden. Jeder Quadratmeter Kollektorfläche wird bezuschusst.

Rund 60 % der Warmwasserversorgung kann eine Solarthermieanlage in Deutschland abdecken. Diese Werte gelten natürlich im Jahresverlauf.

Solarkollektoren liefern vor allem in den Monaten April bis Oktober viel Wärme. Sie ermöglichen damit, die Öl-Heizung während dieser Periode nur wenig oder gar nicht zu nutzen.

Voraussetzung dafür ist grundsätzlich ein Pufferspeicher, der die solare Wärme auch dann bereitstellt, wenn die Sonne gerade nicht scheint, Wärme aber benötigt wird, etwa abends oder an sonnenarmen Tagen. Dann kann bei Bedarf die Wärme aus dem Pufferspeicher herangezogen werden, ohne dass die Öl-Brennwerttherme heizen muss.

Weitere Informationen zu Kombination von Ölheizung und Solarthermie erhalten Sie hier
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Kaminofen mit Wassertasche

Kombination Solarthermie Ölheizung
Kaminofen © maho, fotolia.com

Eine echte Hybridheizung zeichnet sich jedoch dadurch aus, dass sie zusätzlich noch mit einem Kamin bzw. Kaminofen kombiniert wird. Weit verbreitet sind diese intelligenten Hybrid-Ölheizungen leider noch nicht, obwohl eine ganze Reihe von Vorteilen für sie spricht.

Neben der Solarthermie wird bei der Hybridheizung ein sogenannter Kaminofen mit Wassertasche in das Heizungssystem integriert. Der Kaminofen verfügt ebenfalls über einen Wärmetauscher, sodass ein Teil der durch Holz produzierten Wärme dem Pufferspeicher zugeführt werden kann. Meist werden rund zwei Drittel der Leistung des Kaminofens in den Pufferspeicher eingespeist. Der Kaminofen sieht äußerlich aus wie ein herkömmlicher Ofen, verfügt aber über einen Zu- und Ablauf, mit denen er an das Heizungssystem angeschlossen wird, und hat eine eigene Regelung. Zudem sorgt eine hydraulische Weiche dafür, dass die Wärme direkt in den Heizungskreislauf gespeist wird, solange dort Bedarf besteht. Ist in allen Räumen die per Raumthermostat eingestellte Wärme erreicht, sorgt die hydraulische Weiche dafür, dass die Wärme in den Pufferspeicher gelangt.

Hyprid Heizung
Hyprid Heizung – Ölheizung kombinieren, © Bild: Institut für Wärme und Oeltechnik e.V.

Vorteile der Hybrid-Ölheizung aus Brennwerttherme, Solarthermie und Kaminofen

  • Weniger Heizölverbrauch – Allein mit der Sonnenwärme können bis rund zwei Fünftel Heizöl eingespart werden. Hier spielen natürlich vielfältige Faktoren eine Rolle, sei es die Anzahl, Größe und Art der Solarkollektoren, die äußeren Faktoren wie Dachneigung und -ausrichtung, Wetter, Größe des Wasserspeichers, die Heizkörper, Raumgröße, Dämmung und anderes.
  • Längere Lebensdauer der Ölheizung – Durch die Kopplung mit Solarkollektoren und Holzofen muss die Öl-Brennwerttherme seltener anspringen. Eine geringere Taktung bedeutet weniger Verschleiß – und damit eine längere Lebensdauer des Ölheizkessels.
  • Minderung der Emissionen – Sowohl Solarkollektoren wie auch Holzöfen produzieren ihre Wärme vollkommen CO2-neutral. Hybridheizungen emittieren erheblich weniger Schadstoffe als herkömmliche Ölheizungen und sparen fossile Brennstoffe.
  • Ambiente – Der „Gemütlichkeitsfaktor“ darf bei der Hybridheizung nicht übersehen werden. Mit einem Kaminofen mit Wassertasche im Rahmen des Hybridsystems wird das offene Feuer von einem „Nice to have“ zu einer Investition in die Zukunft.
  • Fördermittel – Für die Solarthermieanlage können Fördermittel beantragt werden. Bei der Öl-Hybridheizung spielen die beiden Teilsysteme Solarkollektor und Holzofen Hand in Hand. Bei größerer Wärme und Sonnenschein springen die Solarkollektoren ein, in der Übergangszeit, gerade abends, wenn die Solarkollektoren nicht mehr arbeiten, stellt der Holzofen Wärme zur Verfügung.

Kombination von Ölheizung und Wärmepumpe

Wärmepumpe
Wärmepumpe © Moritz, fotolia.com

Eine weitere Möglichkeit, Ölbrennwertthermen zu kombinieren, bietet sich durch die Kopplung mit Wärmepumpen.

Es gibt verschiedene Wärmepumpen, die sich alle mit einer Ölheizung kombinieren lassen. Neben Luft-Wärmepumpen sind Grundwasser- und Erdwärmepumpen auf dem Markt. Grundwasser und Wärmepumpen mit Erdsonde sind besonders effizient. Allerdings sollte unbedingt auf die passenden Heizkörper (Fußbodenheizung oder andere Flächenheizungen) geachtet werden.

Die Kombination von Wärmepumpe und Ölheizung kann entweder so erfolgen, dass die Wärmepumpe zuheizt, die Ölheizung also die hauptsächliche Wärmequelle ist. Oder es ist genau umgekehrt: Die Ölheizung bildet quasi die Reserveheizung, wenn durch die Wärmepumpe nicht ausreichend Wärme zur Verfügung gestellt werden kann.

Eine Wärmepumpe ist nicht gerade preiswert, wer die Kombination mit einer Ölheizung plant, sollte sich genau über die Fördervoraussetzungen informieren, damit der hohe Preis entsprechend abgepuffert werden kann.

Weitere Informationen zu Wärmepumpen erhalten Sie hier

Öl-Blockheizkraftwerk

Blockheizkraftwerk
BHKW © Bild asue.de, SenerTec

Schon seit einiger Zeit erhältlich, aber zunehmend interessant sind als Alternative Öl-Blockheizkraftwerke. Sie haben den großen Vorteil, nicht nur Wärme – wie eine herkömmliche Heizung – sondern gleichzeitig auch Strom zu produzieren. Ein Öl-BHKW besteht dabei aus einem Verbrennungsmotor, der das Heizöl verbrennt, und einem Generator, der durch den Motor angetrieben wird. Die Abwärme aus dem Verbrennungsmotor wird für die Heizung genutzt, der im Generator entstehende Strom kann selbst genutzt oder in das öffentliche Netz gespeist werden. Da immer mehr Hersteller auch Mikro- oder Nano-BHKW entwickeln, werden die Systeme auch zunehmend für Ein- oder Zweifamilienhäuser und kleinere Mehrfamilienhäuser interessant.

Weitere Informationen zu BHKWs erhalten Sie hier

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