Vergleich Holzheizung Pelletheizung

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Holzheizung-Pelletheizung
Holz oder Pellets © Gerhard Seybert, fotolia.com

Regenerative Energiequellen werden in Zeiten steigender Heizkosten immer attraktiver. Holz als alternativer und zudem ältester Brennstoff der Menschheit bietet dabei zahlreiche Möglichkeit, um wohlige Wärme im eigenen Heim zu verbreiten. Neben den Einzelraumbefeuerungsanlagen, das wohl bekannteste Pendant ist der Kamin- oder Kachelofen, bieten aber auch Holzzentralheizungen eine gute Alternative zur fossilen Gas- oder Ölheizung. Ob eine Holzheizung oder doch lieber eine Pelletheizung zu bevorzugen ist, hängt dabei aber nicht nur vom persönlichen Geschmack, sondern auch von Platzangebot, Arbeitsbereitschaft und Geldbeutel ab.

Kostenvergleich: Heizen mit Pellets oder Holz

  • Einer der wohl wichtigsten Aspekte bei der Anschaffung einer neuen Heizungsanlage sind die Kosten. Nicht nur die Anschaffungskosten, sondern auch die laufenden Kosten für Brennmaterial und Wartung und nicht zuletzt die anfallenden Kosten für eventuelle Umbaumaßnahmen, um Technik und Brennstofflager einen geeigneten Platz zu geben, sollten bei der Entscheidung Holzheizung oder Pelletheizung eine Rolle spielen. Zwar kann eine Holzzentralheizung bei Anschaffungspreis und Brennstoffkosten gegenüber der Pelletzentralheizung ordentlich punkten, dafür sollte jedoch vor der Anschaffung der höhere Platzbedarf für diese bedacht werden.
  • Das Brennstofflager, ob Hackschnitzel, Briketts oder Scheitholz, sollte sich in unmittelbarer Nähe zur Heizung platzieren lassen. In diesem Punkt hat die Pelletheizung die Nase deutlich vorne, denn hier kann das Brennstofflager durchaus räumlich vom Pelletofen getrennt und sogar abseits des Ofens in einem Außensilo gelagert werden.
  • Bei den Brennstoffpreisen geht der Punkt wieder an die Holzheizung, die, je nach verwendetem Brennmaterial, zwischen 500 und 800 Euro liegen. Holzpellets schlagen für den gleichen Heizzeitraum mit 600 bis 1.000 Euro zu Buche.
  • Bei den Wartungskosten halten sich Pelletheizungen und Holzheizungen in Etwa die Waage. Ebenso sieht es bei der staatlichen Förderung aus. Gefördert werden Holzzentralheizungen ebenso, wie Pelletzentralheizungen, sofern sie den geforderten Maßstäben entsprechen.
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Platzmanagement: Platzbedarf Pellet und Holzheizung

Im Vergleich zur Pelletheizung hat die Holzheizung, wenn es um den Platzbedarf geht, so ihre Nachteile. Während die Pelletzentralheizung ähnlich viel Platz benötigt, wie eine herkömmliche Ölheizung, muss für die Holzzentralheizung der Brennstoffvorratsraum in ausreichender Größe und räumlicher Nähe beschaffen sein. Selbst gegen Pelletzentralheizungen, die nicht über einen integrierten Vorratstank verfügen, sondern ebenfalls eine geeignete Lagerstätte für den Brennstoff benötigen, können Holzheizungen nicht punkten.

Sie brauchen genügend Lagerkapazität in Kesselnähe, während das Pelletlager für den Pelletofen durchaus räumlich etwas weiter getrennt sein darf. Ein Außensilo ist in vielen Fällen die Ideallösung, wenn innerhalb des Gebäudes kein eigener Raum zur Verfügung steht – aber nur bei den Pelletzentralheizungen. Holzheizungen erfordern dann Umbaumaßnahmen die mit Zusatzkosten verbunden sind.

Komfortvergleich: Heizen mit Pellets oder Holz

In Sachen Komfort schein die Pelletzentralheizung kaum zu schlagen zu sein. Sie kommt mit ähnlich viel, bzw. wenig Arbeitsaufwand aus, wie eine herkömmliche Gas- oder Ölheizung. Bei der Pelletheizung sorgt modernste Technik dafür, dass immer ausreichend Brennstoff in benötigter Menge zur Verfügung steht.

Ähnlich komfortabel geht es auch bei der Hackschnitzelheizung zu, wo ebenfalls die Technik für das Beschicken der Anlage sorgt. Ein automatisches Nachbeschicken von Scheitholz- oder Brikettöfen ist zwar ebenfalls möglich, die Bequemlichkeit schlägt sich dann jedoch gleich auf den höheren Anschaffungspreis der Anlage nieder. Ein händisches Beschicken der Holzheizung kann dabei allerdings nicht als sonderlich zeitraubende Aufgabe gewertet werden.

Moderne Öfen kommen mit einer Holzladung durchaus einige Tage aus, was den Arbeitsaufwand in Grenzen hält und auch noch den Geldbeutel schont. Der „Pflegeaufwand“ ist sowohl für Holzzentralheizungen, als auch für Pelletheizungen in etwa gleich. Durch die effizientere Verbrennung entsteht bei der Pelletheizung zwar weniger Asche und der Ascheauffangbehälter muss nicht sehr oft geleert werden, doch auch die Hackschnitzelheizung und selbst der Stückgutofen nutzen den angebotenen Brennstoff sehr gut aus und produzieren nur geringe Aschemengen.

Über eines sollte sich der Betreiber einer Heizung, die mit Holz als Brennstoff betrieben wird, jedoch im Klaren sein: Vorratshaltung muss sein, egal ob Pellet- oder Holzheizung. Die Vorfinanzierung, Idealerweise wird einmal jährlich das Brennstofflager gefüllt, ist aber nicht nur mit Nachteilen, wie dem einmalig tiefen Griff in die Tasche behaftet, sondern hat auch ihre positiven Aspekte: Preisschwankungen und Großabnehmerrabatte bei den Brennstoffen können so optimal ausgenutzt werden!

Einzelraumbefeuerung mit Holz oder Pellets

Nicht nur bei den Zentralheizungssystemen machen Pellets und Holz einen Unterschied, auch bei der Einzelraumbefeuerung ist es eine Frage des persönlichen Geschmacks und natürlich des Budgets, welcher Ofen Einzug in die eigenen vier Wände hält. Pellet-Einzelöfen sind im wahrsten Sinne des Wortes „Selbstläufer“. Einmal den Vorratstank mit Pellets befüllt, tun sie ihren Dienst, so wie der Betreiber es wünscht. Abwesenheitszeiten tun dem keinen Abbruch.

Anders sieht es bei den scheitholzbeschickten Kachel- oder Kaminöfen aus. Hier herrscht eine Anwesenheitspflicht, denn alle paar Stunden muss der Ofen gefüttert werden, sonst erlischt die romantische Flamme und der Raum kühlt ab. Die Arbeitsleistung bei einem scheitholzbeschickten Einzelofen ist dadurch zwar höher, als die eines Pellet-Kaminofens, dafür kommt die echte Lagerfeuerromantik aber auch nur beim „richtigen“ Kamin auf.

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