Holzheizung Brennstoffe

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Brennstoffe für Holzheizung

Eine Holzheizung zu betreiben, scheint im Hinblick auf Heizkosten und Umweltfreundlichkeit eine hervorragende Idee zu sein. Immerhin bietet der Markt zahlreiche Brennstoffe, die einen mal mehr, mal weniger komfortablen Betrieb der Holzheizung zulassen. Dennoch ist die Auswahl der Brennmaterialien nicht gerade ein Leichtes.

Um effizient und zudem umweltschonend mit Holz zu heizen, muss nicht nur der richtige Umgang mit der Anlage garantiert sein und eine regelmäßige Anlagenüberwachung durch einen Fachmann durchgeführt werden, sondern auch ein geeigneter, trockener und korrekt gelagerter Brennstoff zum Einsatz kommen. Hierzu eignen sich prinzipiell sämtliche unbehandelten und trockenen Holzarten, ob in Form von Hackschnitzeln oder Holzscheiten. Dennoch eignet sich nicht jedes Holz für jeden Ofen.

Hackschnitzel

Hackschnitzel
Hackschnitzel © kobra78, fotolia.com

Am wenigsten Arbeit bereiten Holzhackschnitzel, dafür beanspruchen sie aufgrund ihrer geringen Schüttdichte einen entsprechenden Platzbedarf. Grob gerechnet benötigen Hackschnitzel pro KW Heizleistung etwa 1,5 bis 2 Kubikmeter Lagerraum für den Jahresbedarf. Je trockener die Hackschnitzel sind, desto weniger Lagerplatz beanspruchen sie. Ideal ist eine Restfeucht von 10 bis 18 Prozent, da neben einem hohen Heizwert von etwa 4,3 kWh je Kilogramm zudem der rückstandsminimierte Brennvorgang optimiert wird.

Der Lagerraum sollte dabei möglichst überdacht sein und den bautechnischen Brandschutzvorschriften entsprechen. Unbedingt notwendige Elektroinstallationen sind hierbei explosionsgeschützt auszuführen. Idealerweise befindet sich der Vorratsraum für die Hackschnitzel in direkter Lage zum Heizungsraum. Dabei sollte gewährleistet sein, dass sowohl die Brennstoffzuführung ins Lager problemlos möglich sein muss, als auch der Transport des Hackguts zum Kessel reibungslos verlaufen kann. Hierfür sind verschiedene Austragungssysteme (Schnecken mit oder ohne Blattrührwerk, Rüttelböden oder Schubböden) möglich, die sich nach Anlagengröße und den örtlichen Bedingungen richten.

Bei Holzhackschnitzeln handelt es sich übrigens zu 100 Prozent um zerkleinertes, weniger wertvolles Holz. Das können sowohl Althölzer sein, die in der industriellen Verarbeitung nicht mehr zu hochwertigen Produkten verwendet werden könne, aber auch Resthölzer, die Beispielsweise bei der Durchforstung anfallen. Auch Hackschnitzel aus Kurzumtriebsplantagen, schnellwachsende Baumarten, die nach dem Rückschnitt schnell wieder austreiben, so genannte Energiehölzer, werden zu Hackschnitzeln verarbeitet. Für die Einzelraumbefeuerung eignen sich Hackschnitzel allerdings nicht, sind jedoch prädestiniert für den Einsatz in einer Holzzentralheizungen.

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Holzbriketts

Holzbriketts
Holzbriketts © Wieselpixx, fotolia.com

Holzbriketts gibt es in diversen Größen und Arten, allerdings erzeugen sie bei der Verbrennung im Kamin oder Ofen nicht unbedingt eine ansehnliche, gemütliche Flamme. Für die Holzzentralheizung eigenen sie sich hingegen gut, da sie über einen Heizwert von rund 4,9 KWh je Kilogramm verfügen. Holzbriketts bestehen aus trockenen Resthölzern der holzverarbeitenden Industrie, die mit Hilfe von Druck zusammengepresst werden.

Der Lagerraumbedarf liegt durch die Stapelbarkeit deutlich unter dem von losen Hackschnitzeln und ist daher auch für einen geringen Platzbedarf eine gute Alternative. An den Lagerraum für Holzbriketts gelten jedoch ähnliche Ansprüche wie bei den Hackschnitzeln. So sollte der Lagerraum die Brandschutzbestimmungen einhalten und nach Möglichkeit in direkter Reichweite zur Holzheizung mit gleichzeitig guter Erreichbarkeit für die Brennstoffanlieferung sein.

Brennholz

Brennholz
Brennholz © Marius Graf, fotolia.com

Hierzulande werden überwiegend heimische Holzarten von Laub- oder Nadelgehölzen angeboten. Diese können entweder direkt vom Förster in Form von rohem Holz zu Festmeterpreisen direkt im Wald abgeholt oder als fertiges Scheitholz vom Händler bezogen werden. Zwar ist rohes Holz direkt aus dem Wald in Sachen Preisgestaltung deutlich günstiger als brennfertiges Scheitholz, dafür muss es allerdings auch erst aufwendig zu Brennholz verwandelt werden.

Sprich: In für den Holzofen geeignete Stücke geschnitten, gespalten und danach ein bis zwei Jahren optimal gelagert werden, um unter einen Restfeuchtegehalt von 20 Prozent zu trocknen. Bei der Lagerung, ob bereits trockenen Holzes oder rohen Holzes, wird neben einem entsprechenden Platzbedarf auch eine gewisse Mindestanforderung an die Lagerstätte gestellt. Eine gute Durchlüftung des gelagerten Holzes muss gewährleistet sein, da sonst Schimmel und Fäule die Folge wären.

Als Lagerstätte eignen sich nach Süden ausgerichtete Hauswände ideal. Auf eine entsprechende Unterlage (Paletten) können die Holzscheite dann bis auf die gewünschte Höhe gestapelt werden. Ein Abdach sorgt für den Schutz vor Witterungseinflüssen und erlaubt trotzdem eine gute Luftzirkulation. Folien und Planen zum Abdecken sollten aufgrund der mangelnden Zirkulationsmöglichkeit und der möglichen Schimmelbildung nicht verwendet werden.

Trockenes Holz lässt sich, je nach Holzart, ein bis 2,5 Jahre lagern, ohne Qualitätseinbußen hinnehmen zu müssen. In Bezug auf die Verbrennung unterscheiden sich die einzelnen Holzarten aber auch bei optimaler Lagerung und entsprechendem Trocknungsgrad in ihrem Heizwert recht deutlich. So punktet Eichenholz mit einer Heizleistung von 1890 kWh je Raummeter (4,2 kWh/Kubikmeter), während es Brennholz aus Ahorn „nur“ auf 1675 kWh je Raummeter (4,1 kWh/Kubikmeter) bringt. Verwenden lässt sich Brennholz dabei sowohl für die Einzelraumbefeuerung, als auch für die Holzzentralheizung.

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