Passivhaus Heizung

Weitersagen:

Welche Heizung im Passivhaus?

Passivhaus
Passivhaus © danielschoenen, fotolia.com

In einem Passivhaus darf per Definition bzw nach den allgemeinen Zertifizierungsegeln ein Heizwärmebedarf von 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr nicht überschritten werden.

Das Wort „passiv“ läßt jedoch schon vermuten, daß eine aktive „Zusatzheizung“ nicht zwingend erforderlich und eigentlich auch nicht wünschenwert ist.

Allerdings wird es in unseren Breitengraden sicherlich beruhigen, wenn zumindest die Möglichkeit der individuellen Handhabung vorhanden ist.

Passive Wärmeerzeugung

Auf der Grundlage eines geringen Transmissionswärmebedarfs, der durch eine gut gedämmte Gebäudehülle und entsprechende Wärmeschutzverglasung gesichert ist,werden innere und äußere Wärmegewinne sehr gut gespeichert.

Unter inneren Wärmegewinnen versteht man die vom Menschen selbst erzeugte Wärme sowie die Abwärme durch die Nutzung elektrischer Geräte wie Kühlschränke, Fernseher, Computer etc.

Äußere Wärmegewinne werden über große Fensterfächen nach Süden erreicht und werden auch als solare Gewinne bezeichnet.

Wegen der Luftdichtheit der extrem gut gedämmten Gebäudehülle ist eine kontrollierte Wohnraumlüftung dringend erforderlich.

Eine gut geplante Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung dient nicht nur der Luftreinigung und Sauerstoffzufuhr, auch werden Lüftungswärmeverluste wie durch die übliche Fensterlüftung vermieden.

Gleichzeitig wird der Abluft auf Ihrem Weg nach draussen die Wärme entzogen und über einen Wärmetauscher der eindringenden frischen Luft zugeführt. So bleiben bis zu 90% der innneren und äußeren Wärmgewinne im Passivhaus erhalten.

Zusatzheizung für Warmwasserbereitung und kalte Tage

Ergänzt werden kann die Erwärmung der Zuluft durch den Betieb eine Wärmepumpe oder einer solarthermischen Anlage, die auch für den Warmwasserbedarf sowie die Nachheizung der Raumluft an kalten Tagen sorgen.

Wem diese passiven und regenerativen Wärmeerzeugungsvarianten nicht ausreichen, kann sicherheitshalber eine Gasbrennwertheizung oder eine Pelletheizung berechnen lassen.
Hier ist Vorsicht geboten, schnell wird eine solche Anlage im Passivhaus überdimensioniert und der geforderte maximale Primärenergiebedarf von 120 kWh pro m² und Jahr überschritten.

Auch die Fernwärme bietet hier eine gute Möglichkeit.

Ein Kaminofen wird in den Wintertagen auch für angenehme Wärme sorgen.

Wer unsicher ist sollte einen erfahrenen Energieberater Varianten der möglichen aber u.U nicht nötigen Zustazheizung berechnen lassen, um einerseits die im Passivhaus erforderlichen Grenzwerte im Auge zu behalten und andererseits die für den individuellen Bedarf auch kostengüstigste Möglichkeit zu finden.

Artikel teilen: