Heizungsvergleich Mehrfamilienhauses

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Heizkostenvergleich im Neubau eines kleinen Mehrfamilienhauses

Heizung
Heizung © sasel77, fotolia.com

Der Heizungsvergleich für Mehrfamilienhäuser (MFH) kann nur als grobe Richlinie der Heizkosten gelten, wenn keine Nutzerdaten vorliegen.
Es wird hier ein Haus mit 12 Wohneinheiten angenommen. Heizlastangaben sind nicht möglich, da die einzelnen Wohnungen oft unterschiedlich große Räumlichkeiten haben.
Dennoch kann aus der abgebildeten Tabelle eine Richtung erkannt werden und abgeschätzt werden, welche Heizung im Hinblick auf vermutlich weiter steigende Energiekosten und dem gesetzlich geforderten Einsatz regenerativer Energien sinnvoll ist.

Heizung Anschaffung  Installation  Betriebsmittel inkl. Strom im 1.Jahr Wartung inkl. Schornsteinfeger im 1. Jahr Gesamt Investition im 1. Jahr Betriebsmittel Kosten im 20. Jahr Gesamt Kosten nach 20 Jahren
Gas Brennwert mit Solarthermie 29.000 € 4.000 € 3.900 € 330 € 37.230 € 6.500 € 50.028 €
Wärmepumpe 35.000 € 4.500 € 2.800 € 100 € 42.400 € 4.667 € 51.174 €
BHKW (Gas) 34.500 € 4.000 € 3.400 € 900 € 42.800 € 5.667 € 55.810 €
Holzpellet 24.000 € 3.500 € 4.200 € 750 € 32.450 € 7.000 € 47.427 €
Fernwärme* 13.000 € 1.000 € 8.000 € in Betriebsmittel enthalten 22.000 € 13.333 € 46.205 €

Grundlage ist ein kleines Mehrfamilienhaus mit 12 Wohneinheiten
Alle Preise sind Mittelwerte, regionale Differenzen auch in Abhängigkeit der Energieversorgers sind bei der persönlichen Entscheidung zu beachten.
Anschaffungskosten können aufgrund der Herstellerwahl abweichen.
* Die Fernwärme kann eigentlich nicht pauschal verglichen werden, da je nach Gebäudeart und Standort weitere, nicht unerhebliche Kosten aufgrund der Verlegung der Rohrleitungen nach Längen und Bohrungen hinzu kommen.
Angenommene Preissteigerung: 6% pro Jahr

Stand Mai 2013

Bei allen im Vergleich berechneten Varianten muß immer die Situation bzw das Nutzerverhalten vor Ort im Einzelfall betrachtet werden.
Auch die Bauart ist entscheidend. So werden bei einem KfW-Effizienzhaus 55 sicherlich andere Kosten anfallen als bei eienm KfW-Effizienzhaus 85.

In dem hier überschlagenen Beispiel sind die Gesamtkosten der verschiedenen Heizungsvarianten nach 20 Jahren nicht sehr unterschiedlich.

Das BHKW scheint zunächst die teuerste Variante. Hier kann im Einzelfall gerüft werden, ob es sich u.U. lohnt mehrere Häuser an einem größeren BHKW anzuschließen. Verluste werden so besser kompensiert.

Die als kostengünstig erscheinende Fernwärme hat den Nachteil, daß sie erhebliche Verluste aufgrund der sehr langen Rohrleitungen fährt. Desweiteren besteht eine 100% Abhängigkeit vom Energieversorger. Mit Preissteigerungen ist stets zu rechnen. Der angebene Preis ist regional und objektbezogen sehr variabel.

Für die Möglichkeit der Holzpelletheizung ist zu bedenken, daß eine hoher Ascheanfall zu erwarten ist. Entsprechen wird beispielsweise ein Hausmeister ständig darauf achten müssen und die Asche entsorgen müssen.

Die Gas-Brennwertheizung mit solarer Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung kann in einem sehr effizienten Neubau die Brennstoffkosten sehr stark minimieren.

Wer sich für eine Wärmepumpe entscheidet, kann diese mit den Erträgen einer Photovoltaikanlage speisen, um Kosten für Strom zu senken

Bei jeder Entscheidung ist die Basis eine gute Vorplanung, am besten in enger Zusammenarbeit zwischen Bauherren, Architekten und einem Energieberater. Dazu kann ein Fachplaner in Details der Heizungsauslegung beraten. So dürfte für jeden Bauherren und künftigen Nutzer die optimale Variante gefunden werden.

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