Heizung Altbau

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Welche Heizung ist im Altbau sinnvoll?

Heiznebenkosten
Energetische Sanierung © W. Foto, fotolia.com

Bei der energetischen Saníerung eines Altbaus können viele Möglichkeiten und Kombinationen berechnet und durchdacht werden. Sicherlich ist allein auf den Energiebedarf bezogen eine komplette Sanierung mit der Schaffung einer luftdichten Gebäudehülle nach den Anforderungen der EnEV 2009 sowie der Austausch der Heizungstechnik am wirkungsvollsten. Nur die Investitionen können auch schnell den verfügbaren oder wirtschaftlichen Rahmen sprengen.

Also ist im Einzelfall zu prüfen, welche Maßnahmen zu diesem Zeitpunkt in allen Belangen technisch und finanziell machbar sind.

Vorschrift und Empfehlung

So ist in vielen Fällen die Ausserbetriebnahme der Heizkessel aufgrund ihres Alters notwendig. Die EnEV 2009 verlangt den Austausch der Heizkessel, die vor Oktober 1978 installliert wurden. Noch nicht in allen Gebäuden ist das geschehen.

Auch bei Heizkesseln, die in den 1990er Jahren angeschaftt wurden, ist ein Austausch in den allermeisten Fällen sinnvoll. Natürlich erlebte die konventionelle Heiztechnik seither Fortschritte, aber auch die regenerativen Energien haben sich weiter entwickelt und werden vermehrt eingesetzt. Auch sind heute noch viele Heizkessel überdimenioniert und können dem tatsächlichen Bedarf angepasst werden.

Grundlage für die Entscheidung, welche Heizungsart es denn nun werden soll, ist also in jedem Fall eine Heizlastberechnung auf der Basis des künftigen Nutzungsverhaltens. Individuelle Vorlieben der Raumtemperaturen sowie der einzusetzenden Technik sollten berücksichtigt werden.

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Finanzielle Einsparungen

In der Anschaffung sind zweifellos Gas-und Öl-Brennwertgeräte am günstigsten. Es muß jedoch geprüft werden, ob der alte Schornstein bei deren Einsatz auch saniert werden muß. Zum Teil sind die älteren Schornsteine nicht für den nötigen Abzug ausgerüstet und können eventuell mit der entstehenden Feuchtigkeit Probleme haben.

Für den Einsatz der Brennwerttechnik ist weiterhin zu prüfen, ob eine Erdgasleitung bereits in Grundstücksnähe anliegt, da die Gasgeräte effektiver arbeiten als Öl-Brennwertgeräte.

Zu bedenken ist in beiden Fällen, daß die Brennstoffkosten sehr wahrscheinlich weiter steigen und die Ressourcen endlich sind. Die Ergänzung der konventionellen Heizung durch eine solartehrmische Anlage kann in Betracht gezogen und von einem Fachplaner berechnet werden. Oft lassen sich hier langfristig zusätzliche Einsparungen im Brennstoffverbrauch erzielen.

Solar-Gas-Kombination
Die Heizung zu modernisieren kann sich lohnen, © Bild: dena

Heizung im Altbau: Umweltschonende Varianten

Höhere Anschaffungskosten werden beim Einsatz einer Pelletheizung zu Buche schlagen. Allerdings sind hier die Brennstoffe nicht so eklatanten Preissteigerungen unterworfen und kann sich somit mittelfristig rechnen.

Der relativ hohe Platzbedarf für die Lagerung der Pellets ist im Altbau oft gegeben, da zuvor genutzte Öltanks o.ä. wegfallen. Auch der Einbau einer Wärmepumpe wird in der Erstinvestition teurer als die konventionelle Heiztechnik. Hier ist der Strom, den die Wärmepumpe benötigt als “ Brennstoff“ anzurechnen. Dieser kann u.U. mit Hilfe einer Photovoltaikanlage zum Teil selbst erzeugt werden.

Bei allen vorgestellten Möglichkeiten werden Wirtschaftlichkeit und Einsparungskapazität besser, wenn die Heizflächen der neuen Technik angepaßt werden. So sind beispielsweise Flächenheizungen wie Fußboden-oder Wandsysteme die optimale Ergänzung für niedrige Vor-und Rücklauftemperaturen, die mit den vorgestellten Heizungsvarianten üblicherweise gefahren werden. Auch Niedertemperaturheizkörper und elektronische Thermostatventile können hier die Efiizienz erhöhen.

In keinem Fall sollte auf einen hydraulischen Abgleich verzichtet werden. Auch wenn Fördermittel bei BafA oder KfW für den Austausch der Heiztechnik beantragt werden ist er für die Bewilligung zum Teil Voraussetzung. Desgleichen ist die optimale Regelung und Auswahl der Heizungspumpe für den effizienten Einsatz der neu erworbenen Technik unbedingt notwendig.

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