Energielabel für alte Heizungen

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Ab wann und in welchem Fall ist ein Energielabel Pflicht?

Schon seit Beginn des letzten Jahres wird es umgesetzt: Das nationale Energielabel oder Effizienzlabel für alte Heizkessel (für neue Heizungen schon seit Ende September 2015). Der Grund war für das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) ganz einfach. Ein Drittel der in Deutschland verbrauchten Energie wird für Heizung oder Warmwasser in Gebäuden verwendet. Nun ändert das Label selbst nicht den Energieverbrauch, aber es weißt sichtbar auf ihn hin. Besonders bei sehr schlechten Werten werden Sie immer wieder an die Ineffizienz und den damit verbundenen hohen Energieverbrauch erinnert. Das soll einen Denkprozess zur Erneuerung der Heizungsanlage und somit zum Energiesparen (und sparen) in Gang setzen bzw. beschleunigen. So jedenfalls der Plan des Ministeriums. Angebracht werden die Energielabel an Heizkesseln für gasförmige und flüssige Brennstoffe bis 400 kW Nennleistung und einem Alter von über 15 Jahren.
Eine aktuelle Schornsteinfegerstatistik für gezählte 19,1 Millionen Öl- und Gasanlagen, definiert 2,2 Millionen Anlagen älter als 26 Jahre und 7 Millionen älter als 17 Jahre.

Energielabel für Heizungen © BMWi
Energielabel für Heizungen © BMWi

Die Informationen auf dem Energielabel

Ähnlich wie Sie es vom Energieetikett zum Beispiel am Kühlschrank kennen, wird das Label für Heizanlagen nach der europäischen Ökodesign-Richtline (englisch ErP) gestaltet. Das heißt, in einer gut übersichtlichen grafischen Skala von grün A++ bis zum ineffizientesten Level D, wird der zum Zeitpunkt der Prüfung vorgefundene Zustand dokumentiert. Die Klassifizierungen C und D bedeuten nichts Gutes für die Heizung: sie gilt als veraltet und nicht effizient. Aber auch die Werte A (ohne Pluszeichen) und B bergen immer noch Optimierungspotential. Eine Einschränkung gibt es allerdings: das Label bezieht sich nur auf den Heizkessel und nicht auf die gesamte Heizungsanlage. Auch Hinweise über die Funktionalität der Anlage oder die tatsächlichen Heizkosten gibt das Energielabel nicht. Das sind „Mankos“, die manchen Fachmann am Nutzen des Labels zweifeln lassen.

Tipp: Wenn das an Ihrer Heizung angebrachte Energielabel eine schlechte Effizienz ausweist, fragen Sie gleich den Fachmann vor Ort, welche Möglichkeiten es gibt, diesen Umstand zu ändern. Lassen Sie sich einen Heizkostenvergleich für eine sanierte oder neu installierte Anlage erstellen. Dieser ist in den meisten Fällen (Energieberater) kostenlos und Sie erfahren, ob Sie trotz Investitionen am Ende sogar Geld sparen.

Wie kommt das Energielabel auf die Heizung

Schornsteinfeger, Heizungsinstallateure und ausgewählte Energieberater sind seit dem Start verpflichtet die Label anzubringen. Dagegen „wehren“ kann bzw. muss man sich nicht, da das Label mit keinerlei Verpflichtung verbunden ist. Um die Verbreitung zu beschleunigen, sind seit Beginn des Jahres 2017 auch Bezirksschornsteinfeger verpflichtet, nach der Feuerstättenbeschau die Energielabel zu vergeben. Diese wird zweimal innerhalb von sieben Jahren vorgenommen.

Was ändert sich für Hausbesitzer

Abgesehen vom angebrachten Label mit dem deutlichen Hinweis auf eine eventuell ineffiziente Heizung ändert sich nichts. Hausbesitzer müssen sich auch nicht selbst um das Label kümmern. Bei jeder Wartung, Reparatur oder, wie schon erwähnt, Feuerstättenschau wird der Heizkessel klassifiziert. Es kommen auch keine Extrakosten auf Hausbesitzer zu. Da mit dem angebrachten Etikett auch keine Pflicht zum Wechsel der Anlage entsteht, ist die untersagte Ablehnung somit kein Problem. Auch die Entfernung des angebrachten Etiketts ist verboten. Allerdings sollten Sie sich bei einer schlechten Klassifizierung Gedanken über Optimierungsmöglichkeiten machen. Eine Erneuerung des Heizkessels ist natürlich mit hohen Kosten verbunden. Für einen optimierten Energieverbrauch genügt aber oft schon der Austausch eines Bauteils wie der Heizkreispumpe. Zudem sollten Sie auch über andere Möglichkeiten des Energiesparens im Gebäude nachdenken. Mit diesem Schritt wäre ein wichtiges Ziel des des BMWi und seinem Energielabel schon erreicht. Denn eine interessante Tatsache lässt das Ministerium in Zeiten von Energiesparen und neuen Energien wohl unruhig „schlafen“: Deutschland gehört zu den Ländern mit den ältesten Heizungsbeständen.

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