Energieausweis

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Ausweispflicht

Energieausweis
Energieausweis © beermedia, fotolia.com

Bisher mußte der Energieausweis nach der noch gültigen EnEV 2009 im Wohngebäude zwar bei Vermietung und Verkauf auf Verlangen vorgelegt werden, doch nun muß er nach der neuen EnEv 2014 schon in der entsprechenden Immobilienanzeige Erwähnung finden und spätestens bei Besichtigung vorgelegt werden.

Bedarfs- oder Verbrauchsausweis

Die in den Medien viel zitierten weil kostengünstigen Energieverbrauchsausweise können zumindest Auskunft über das Nutzerverhalten geben, sind im Bereich der Wohngebäude allerdings nur zu erstellen, wenn es sich um ein Bestandsgebäude handelt, das bereits die Wärmeschutzverordnung von 1977 einhält bzw bereits entsprechend saniert wurde.

Hier werden die Verbrauchswerte der letzten drei Jahre anhand der Abrechnungen zu Grunde gelegt und über die genutzte Software mit Hilfe der örtlichen Klimadaten bereinigt. So werden beispielsweise extrem harte Winter weiter als Ausnahme behandelt und nicht als Regelfall eingerechnet.

Der Energiebedarfsausweis wird immer dann nötig, wenn das Gebäude im Bestand (mit Bauantrag vor dem 01. November 1977) verändert oder erweitert wird und natürlich beim Neubau, da noch keine Verbrauchswerte vorliegen können.

Das ist die kostenintensivere Variante der Energieausweise, wird aber vom Bundesministerium für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BafA) gefördert.

Der Energieberater macht dabei eine Bestandsaufnahme vor Ort, kann die Gegebenheiten durch Auskunft des Eigentümers sowie Zeichnungen aufnehmen und mit spezieller Software auswerten.

Bei Erweiterung und Änderung des bestehenden Gebäudes müssen die Bestimmungen der jeweiligen Bauordnung wie im Neubau eingehalten werden. Vorschläge zur energetischen Verbesserung des Bestandsgebäudes können im Bedarfsausweis als Vergleichswerte enthalten sein.

Energieausweis
Energieausweis: Ausweispflicht für Häuser, Bildquelle: dena

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Aussagen im Energieausweis

Sofort ersichtlich für den Betrachter sind allgemeine Gebäudedaten wie Gebäudetyp, Baujahr und Standort, Gebäudenutzfläche sowie die Anzahl der Wohneinheiten.

In der verwendeten Software sind weitere Daten bezüglich der Klimadaten und der Berechnungsverfahren hinterlegt. Hier liegt es im Ermessen der ausstellungsberechtigten Fachkraft nach welchen Berechnungsmethoden der Ausweis erstellt wird. Den Berechnungen liegen die DIN V 4108 oder wahlweise die DIN V 18599 zu Grunde. Desweiteren können die Gebäudedaten vereinfacht mit pauschalen Angaben zur Gebäudehülle und Anlagentechnik dargestellt oder detailliert erfasst werden.

Bei detaillerten Erfassung werden alle Teile der Gebäudehülle maßgenau mit allen verbauten Materialien aufgenommen. Das gleiche Verfahren kann für die Gebäudetechnik angewendet werden

Im Ergebnis werden nummerisch und auf der bekannten Skala in Ampelfarben der Primärenergiebedarf nach EnEV und der Endenergiebedarf dargestellt und die Ist-Werte mit den Anforderungen verglichen.

Energieausweis
Energieausweis: Muster, Bildquelle: dena

Primärenergiebedarf

Dabei beschreibt der Primärenergiebedarf die Gesamtenergieeffizienz eines Gebäudes und enthält neben dem Endenergiebedarf den gesamten Energieeinsatz, der nötig ist, den entsprechenden Energieträger zu erkunden zu gewinnen, zu verteilen und in die zu nutzenden Energie umzuwandeln. Zu seiner Berechnung werden Primärenergiefaktoren verwendet, die die Art des Energieträgers und der Grad seiner Umweltverträglichkeit berücksichtigen.

Endenergiebedarf

Der für den Nutzer eher zu fassenden Endenergiebedarf gibt Auskunft über die berechnete und benötigte Jahresenergiemenge für Heizung, Warmwasserbereitung und Lüftung. Dabei werden die im Gebäude aufgewendeten Energien für die genannten Bereiche und die Energieverluste bei Erzeugung, Verteilung und Übergabe berücksichtigt.

Um den errechneten Endenergiebedarf einordnen zu können, enthält der Energieausweis Vergleichswerte vom schlecht sanierten Haus im schlechtesten Fall bis zum Passivhaus im besten Fall.

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Transmissionswärmeverluste

Weiterhin findet man Angaben zu den Verlusten, die über die Gebäudehüllen entstehen, die Transmiisionswärmeverluste. Diese werden den EnEV-Anforderungen gegenüber gestellt.

Als freiwillige Angabe ist der CO2-Ausstoss in einigen Ausweisenvermerkt. Das kann dazu dienen, umweltbewussten Eigentümern einen weiteren Anreiz abseits der finanziellen Einsparmöglichkeiten zu bieten.

Um der Transparenz eines Energieausweises Vorschub zu geben, fordert der Bundesrat für die neue EnEV eine Anpassung des Bandtacho in Anlehnung an die Effizienzklassen von Elektrogeräten.

Dennoch kann und soll der ausstellungsberechtigte Energieberater den Ausweis bei Übergabe ausführlich erklären.

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