Stromtarife

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Stromtarife in Deutschland

Stromkosten sparen
Stromkosten sparen © gourmecana, fotolia.com

Den geeigneten Stromtarif zu finden, ist gar nicht so einfach. Schwer zu überschauen ist die Vielzahl von Anbietern und Tarifen, die vor allem im Internet um potentielle Kundschaft buhlen. Mehr als 900 Anbieter gibt es, die Strom in über 10.000 verschiedenen Tarifen auf dem Markt haben. Günstiger Strom oder umweltfreundlicher Ökostrom – für alle Ansprüche findet sich ein passendes Angebot. Viele Menschen verbleiben jedoch bei ihren gewohnten Energieversorgern und nehmen die in der Regel hohen Tarife dafür in Kauf. Dabei verfügen auch die großen Grundversorger mittlerweile meist über eine breite Produktpalette mit teils günstigeren Tarifen. Gerade bei älteren Menschen existiert die – unbegründete – Sorge, dass mit dem Wechsel zu einem vielleicht weniger renommierten Versorger im Insolvenzfall die eigene Ernergieversorgung auf dem Spiel steht. In solchen Fällen sind die Grundversorger in der Pflicht, die Verbraucher bei einem Anbieterausfall weiter mit Strom zu beliefern.

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Stromtarif – Vergleich empfiehlt sich

Die meisten Verbraucher wünschen sich einen günstigen Tarif: Laut einer von Stiftung Warentest durchgeführten Umfrage messen über 80% der Teilnehmer einem niedrigen Strompreis einen hohen Stellenwert bei. Ebenso hohe Zustimmungswerte haben die befragten Stromkunden ihren aktuellen Anbietern zugedacht – die Mehrzahl der Stromkunden zeigt sich also mit seinen Anbietern und den gewählten Tarifen zufrieden. Übrigens zeigen die höchste Zufriedenheit Menschen, die ihre Energie von reinen Ökostromanbietern beziehen – das gute Gefühl, umweltfreundlichen Ökostrom zu erhalten, wiegt scheinbar die Mehrkosten auf.

Hat man sich dennoch zu einem Wechsel entschieden, sollten bei der Suche und dem Vergleich folgende Punkte berücksichtigt werden: Grundpreis, Preis pro Kilowattstunde (kWh) und der eigene Verbrauch.

Den Stromverbrauch kann man der letzten Rechnung entnehmen oder, falls keine Rechnung zur Hand ist, ungefähr abschätzen: Als Single werden ca. 1.500 kWh Strom im Jahr verbraucht, als Paar kann man mit einem Verbrauch von 2.800 kWh rechnen. Kleine Familien benötigen etwa 4.000 kWh pro Jahr, größere ca. 6.000 kWh.

Als Grundregel kann gelten: Ein geringerer Grundpreis geht einher mit einem höheren kWh-Preis, umgekehrt bieten Tarife mit hohen Grundpreisen häufig günstigere kWh-Einheiten.

Daher sollte stets der Grundpreis in Verbindung mit dem verbrauchsabhängigen Arbeitspreis beachtet und vor dem Hintergrund des eigenen Verbrauchs beurteilt werden.

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Der Weg zum günstigen Stromtarif

Im Internet bietet sich für Verbraucher die Möglichkeit, mittels Strom-Tarifrechner den Stromtarif-Vergleich anschaulicher zu gestalten. Hierbei wird anhand der eingegebenen Verbrauchswerte und des Standortes eine Liste verfügbarer Anbieter generiert, die Aufschluß über die Strompreise sowie das eigene Sparpotential geben. Laut Stiftung Warentest lassen sich beim Strom jährlich bis zu 150 Euro einsparen – und das nur durch einen Wechsel des Anbieters.

Zusätzliche Ersparnis versprechen einige Anbieter mit speziellen Vorauskasse-Tarifen, Strom-Paketpreisen und Wechselboni. Eine dieser Möglichkeiten in Anspruch zu nehmen kann im Einzelfall durchaus vorteilhaft sein. Es ist jedoch ratsam, stets den kompletten Tarif durchzurechnen und in Beziehung zu anderen Tarifen und Anbietern zu setzen und sich nicht bspw. von einem hohen Wechselbonus blenden zu lassen. Denn einige Anbieter setzen ihre Tarife extra so zusammen, dass sie in Internet-Tarifrechnern besonders günstig erscheinen, ohne dass sie dies auch in allen Fällen tatsächlich sind.

Manche Anbieter versprechen einen Wechselbonus

Um wechselwillige Verbraucher zu locken, versprechen einige Anbieter teils hohe Wechselboni. Doch hier ist Vorsicht geboten: Häufig verstecken sich hinter Wechselboni und Willkommensgeschenken bspw. höhere kWh-Preise, die erst durch die Berechnung der gesamten Vertragslaufzeit sichtbar werden, da der Wechselbonus für die Anfangszeit in die Kalkulation der Verbrauchseinheiten mit einfließt und diese entsprechend temporär reduziert. Für viele Verbraucher ist dann der tatsächliche, langfristige Strompreis schwer nachzuvollziehen.

Vorsicht bei Vorauskasse-Stromtarifen

Vorauskasse bedeutet für Unternehmen Planungssicherheit und einen geringeren Verwaltungsaufwand. Einige Anbieter im Strombereich bieten ihren Kunden im Gegenzug für eine im Voraus entrichtete Bezahlung und die ihnen daraus erwachsenen Vorteile deutlich günstigere Tarife an. Doch Vorsicht: In der Regel handelt es sich um einen hohen Betrag, mit dem man in Vorleistung tritt – und den man bei einer Pleite des Stromanbieters im schlimmsten Fall nicht mehr wieder sieht. Dass dies geschehen kann, haben im Sommer 2011 die Kunden von Teldafax am eigene Leibe erfahren. Experten raten daher, auf günstige Vorauskasse-Tarife zu verzichten oder sich zu vergewissern, dass es sich um ein solides Unternehmen mit entsprechender Reputation am Markt handelt.

Sparen mit Strom-Paketpreisen oder Strom Preisgarantie?

Einige Anbieter offerieren sogenannte Strompakete, d.h. eine bestimmte Energiemenge zu einem festen, günstigeren Preis. Ähnlich wie bei der Vorauskasse bedeutet dies für die Unternehmen eine gewisse Planungssicherheit, die sie mit günstigeren Preisen honorieren. Dennoch ist auch hier Vorsicht geboten: Wird mehr Strom benötigt als die im Tarif vereinbarte Menge, kann es richtig teuer werden für die Kunden. Wird dagegen weniger Strom verbraucht, verfällt der Rest in der Regel.

Daneben existiert häufig die Möglichkeit, Strom mit einer Preisgarantie zu kaufen. Hierbei handelt es sich um Tarife, die den Kunden für einen bestimmten Zeitraum einen festen Preis garantieren – häufig allerdings nicht für die komplette Vertragslaufzeit, oder aber es erhöhen sich die Preise bei automatischen Vertragsverlängerungen.
In beiden Fällen empfiehlt es sich, auf das Kleingedruckte zu achten.

Weitere Tipps finden Sie in unseren FAQs zu Stromtarifen

Zeitvariable Stromtarife als Zukunftsmodell?

Um den Energieverbrauch besser zu verteilen und gleichzeitig Impulse zum Strom sparen zu setzen, hat die Politik die Energiewirtschaft angeregt, zeitvariable Stromtarife für die Verbraucher zu schaffen. Ende 2010 ist das Energiewirtschaftsgesetz in Kraft getreten, welches die Stromversorger zum Auflegen solcher zeitabhängiger Programme verpflichtet. Allerdings sind dem noch lange nicht alle Stromanbieter nachgekommen, moniert die Stiftung Warentest.

So gebe es zwar einzelne Tarife, die hauptsächlich zwischen einem teureren Tages- und einem günstigeren Nachttarif unterscheiden. Jedoch scheine die Energiewirtschaft darüber hinaus die weitere Entwicklung erst einmal abzuwarten. Billiger sind solche Tarife momentan noch nicht unbedingt, auch müssen spezielle Stromzähler nachgerüstet werden, sogenannte smart meter, die die zeitliche Erfassung des Stromverbrauchs ermöglichen.

Für Neu- oder Umbauten sind die smart meter jedoch schon jetzt Pflicht. So bleibt auch für die Verbraucher abzuwarten, welche zeitvariablen Stromtarife die Energieunternehmen in Zukunft entwickeln und auf den Markt bringen werden.

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