Gaspreise

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Informationen zu den Gaspreisen

Gaspreise
Gas ist teuer © kautz15, fotolia.com

Zusammensetzung der Gaspreise

Ähnlich wie die Preise für Strom setzen sich auch die Preise für Gas aus mehreren verschiedenen Faktoren zusammen. Für die Erdgaspreise sind das die folgenden Faktoren:

  • Kosten für den Gasimport
  • Kosten für den Gaseinkauf der Gasversorger
  • Mehrwertsteuer
  • Erdgassteuer
  • Anteilige Förderabgabe und Konzessionsabgabe
  • Netznutzung, Vertriebskosten und Gewinn der Energieversorger

Anders als beim Strom ist der Anteil der Steuern und Abgaben mit rund 30 Prozent für Erdgas relativ gering. Der Anteil der Kosten für Gaseinkauf, Import und Netznutzung zur Verteilung des Erdgases liegt dagegen bei rund 70 Prozent.

Gaspreise Zusammensetzung
Zusammensetzung der Gaspreise, © Bild: Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.

Ölpreisbindung

Eine Besonderheit der Gaspreise ist die Bindung an die Erdölpreise. Diese Preiskoppelung wurde in den 60er Jahren zwischen der Erdgas- und der Erdölindustrie vereinbart. Auf diese Weise sollten Preisschwankungen für Erdgas reduziert werden. Mit dieser Preisstabilisierung sollte eine langfristige Planungssicherheit vor allem für Investitionen im Erdgasbereich geschaffen werden.

Für die Preisbindung wurde der durchschnittliche Ölpreis innerhalb eines bestimmten Zeitraumes als Ausgangswert für den Erdgaspreis angesetzt. Dieser Durchschnittswert wurde mit einer zeitlichen Verzögerung für einen bestimmten Zeitraum als Referenzwert für die Erdgaspreise angesetzt. Die einzelnen Zeiträume für die Berechnung konnten variieren.

Im Laufe der Zeit kam es aber zu immer stärkerer Kritik an der Ölpreisbindung. Im Frühjahr 2010 wurde die ausschließliche Bindung der Gaspreise für Endverbraucher an den Erdölpreis vom Bundesgerichtshof für unzulässig erklärt. Zusätzlich muss bei Preiserhöhungen immer ein Sonder-Kündigungsrecht eingeräumt werden.

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Entwicklung der Gaspreise

Lange Zeit hatte die Ölpreisbindung dafür gesorgt, dass die Preise für Erdgas kontinuierlich gestiegen sind. Mit einer zeitlichen Verzögerung folgten die Erdgaspreis den Preissteigerungen für Erdöl. Preissenkungen wurden dagegen oft nur langsam oder nicht in vollem Umfang an die Endverbraucher weitergegeben.

Diese Preissteigerungen entsprachen aber nicht den tatsächlichen Preissteigerungen für die Förder- und Importkosten für Erdgas. Auf diese Weise lag der Erdgaspreis für Endverbraucher letztendlich deutlich über den Produktions- und Importkosten für Erdgas.

Durch die Einschränkung der Ölpreisbindung der Gaspreise für Endverbraucher kommt es allmählich zu einer eigenständigen Preisentwicklung des Erdgases.

Gaspreise Entwicklung
Entwicklung der Gaspreise im Vergleich, © Bild: C.A.R.M.E.N. e.V.

Preissteigerungen begegnen

Trotz der zur Zeit recht günstigen Erdgaspreise sind langfristig steigende Erdgaspreise zu erwarten. Erdgas gilt in vielen Bereichen als eine gute Alternative zu Erdöl. Zum Beispiel zur Wärmegewinnung oder als Treibstoff für Autos. Je knapper und damit teurer Erdöl wird, desto größer dürfte auch die Nachfrage nach Erdgas werden. Und die treibt die Preise in der Regel in die Höhe.

Sinnvoll ist daher auch jetzt schon als Endverbraucher darauf zu achten, dass die Verbrauchsgeräte, wie zum die Beispiel der Heizkessel der Heizung, möglichst effizient arbeiten. Bei Neugeräten sollte in jedem Fall darauf geachtet werden, dass sie möglichst energiesparend arbeiten. Oft lohnt sich auch ein Austausch ineffizienter Geräte gegen sparsame.

Neben der Effizienzsteigerung der Verbrauchsgeräte kann auch ein Wechsel zu einem günstigeren Anbieter lohnend sein. Seit einiger Zeit kommen zunehmend Anbieter auf den Markt, die ihr Erdgas kurzfristig und damit zu den aktuellen, günstigen Konditionen einkaufen. Viele dieser Anbieter nutzen das als Wettbewerbsvorteil und bieten ihr Gas günstig an. Ein Preisvergleich zwischen den Anbietern lohnt sich in den meisten Fällen.

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Anbieterwechsel bei Preiserhöhung

Kommt es von Seiten ihres Gasanbieters zu einer Preiserhöhung, ist er gesetzlich verpflichtet, seinen Kunden ein Sonderkündigungsrecht einzuräumen. Dieses Sonder-Kündigungsrecht ermöglicht es Ihnen, kurzfristig den Anbieter zu wechseln. Diese Fristen sind jedoch je nach Anbieter zum Teil sehr kurz. Nach Ablauf dieser Frist ist ein Anbieterwechsel nur zu den vertraglich geregelten Fristen möglich. Gerade wer sonst eine lange Kündigungsfrist hat, sollte sich in diesen Fällen schnell entscheiden.

Auch wenn mitunter Eile geboten ist, wenn vom Sonderkündigungsrecht Gebrauch gemacht werden soll, sollte in keinem Fall überstürzt gekündigt werden. Vor der Kündigung sollten Sie sich gründlich informieren, ob es für Sie günstigere Anbieter gibt. Erst wenn Sie einen günstigeren Anbieter gefunden haben, sollten Sie auch wirklich den Anbieter wechseln.

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